Medienkompetenz für die Soziale Arbeit

In unserer vorletzten Unterrichtseinheit wurde uns die Aufgabe gestellt, gedanklich eine soziale Institution auf die Verwendung von digitalen Medien zu überprüfen. Im Anschluss sollten wir unserem Dozenten (als fiktiver Leiter der Institution) konkrete Vorschläge zur Verbesserung, sprich, zur Erweiterung der Nutzung von digitalen Hilfsmitteln unterbreiten.

Nicht nur die Klientel, sondern auch die Professionellen der Sozialen Arbeit sollten im Bezug auf Medienkompetenz geschult werden.

Meine Erkenntnis daraus: Als erstes sollten die Leitung und die Mitarbeitenden meiner Institution das Modul „Soziale Arbeit in der digitalen Gesellschaft“ besuchen. Denn sie sind durchwegs digital Immigrant und stehen allem, was mit Digitalisierung zu tun hat skeptisch gegenüber. Sei es das führen von elektronischen Journalen, der Gebrauch von Handys oder der Einsatz von sozialen Medien – wenn möglich wird auf dessen Verwendung verzichtet. Der Klientel der Institution, in meinem Fall sind dies Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis achtzehn Jahren, wird die Benutzung zwar nicht verboten, doch sie müssen sich den Umgang mit den digitalen Medien selber beibringen oder warten, bis das Thema in der Schule behandelt wird.

Eine rasant wachsende Herausforderung

Anfangs empfand ich diesen Umstand als nicht weiter schlimm. Ich selbst bin auch als digital Immigrant aufgewachsen und habe mir viele meiner Fähigkeiten selber beigebracht. Doch durch den Besuch des Moduls „Soziale Arbeit in der digitalen Gesellschaft“ an der Berner Fachhochschule wurde mir bewusst, dass heute und früher nicht miteinander verglichen werden kann. Der erste Kontakt mit den digitalen Medien findet heute ganz oft bereits im Kleinkindalter statt, zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder noch gar nicht in der Lage (weder körperlich noch kognitiv), sich selbst in der digitalen Welt zurecht zu finden. Sie brauchen eine kompetente Begleitung. Und zwar von Anfang an und nicht erst in der Schule. Eine Herausforderung die vor allem die stationäre Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen betrifft.

Befähigung als Schutz

In Ihrem Artikel „Medienkompetenz als Schlüssel zur Partizipation?!“ schreibt Monika Lunginbühl darüber, dass soziale Institutionen unter grossem Handlungsdruck stehen, weil die einmal erarbeiteten Regelungen im Bezug auf die digitalen Medien mit deren Fortschritt nicht mithalten können. Ein Ziel der Sozialen Arbeit sei, dass die Menschen in ihrer Partizipation am gesellschaftlichen Leben möglichst eigenständig und kompetent sein können und sie die dazugehörenden Chancen und Risiken kennen. Dies schliesst den Zugang sowie den Umgang mit den digitalen Medien mit ein. Denn „der beste Schutz vor den Gefahren ist die Befähigung zum Umgang mit ihnen“ (Luginbühl, 2013, S.29).

 

Verfasst von Eva Lindenpütz

 

Literaturaverzeichnis:

Luginbühl, Monika. (2013). Medienkompetenz als Schlüssel zur Partizipation?!: Der sozialkompetente Umgang mit den digitalen Medien ist dkein Jugendproblem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. [PDF] Abgerufen von: http://web.fhnw.ch/plattformen/praxisausbildung/praxisforum-1/bisherige-veranstaltungen-1/praxisforum-2013/06_fachartikel_sozial_aktuell-pdf

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