Kontra: Tablets in Kindertagesstätten

In „der heilen Welt“ der Kindertagesstätten (Kitas) tauchen digitale Medien zunehmend auf. Die ersten Kitas haben einen Computer oder Tablets in Gebrauch. Und dies nicht nur für die Erzieherinnen und Erzieher. Zur Lebenswelt der heutigen Kindern gehört die Mediennutzung dazu. Die Erzieherinnen und Erzieher praktizieren den Umgang der Medien auf verschiedene Weise. Manche fördern die Kinder, indem sie Tablets für Lernspiele gebrauchen oder manche – wie beispielsweise eine Waldkita – sind strikte dagegen.

Im vorherigen Blog wurde über die positive Seite der Medien in Kitas berichtet. Ich möchte nun auf die Kontras eingehen.

In der Entwicklung der Kinder spielt eine gesunde Bindung zur Mutter und dem Vater eine zentrale Rolle. Dies wird erreicht mit körperlicher Nähe, Berührungen, Worten und Blicken. Eine Ablenkung aufgrund der Nutzung von Medien elterlicher Seite kann diese Bindung erheblich beeinträchtigen. In der Kita ist eine Bindung zum Kind ebenfalls von Bedeutung. Wenn die Erzieherinnen und Erzieher beispielsweise ständig Chatten oder auf eine andere Weise abgelenkt sind, können sie sich nicht auf das Kind fokussieren. Es fühlt sich einsam und nicht beachtet.
Der Kinderarzt und Pressesprecher des Bundesverbands deutscher Kinder- und Jugendärzte Hermann Josef Kahl rät ganz klar von der Nutzung des Tablets ab. Die Situation in deutschen Kindertagesstätten sei katastrophal. Wenige Erzieher würden sich um grosse Kindergruppen kümmern, es gäbe zu wenig Zeit für die individuelle Förderung. Und die Kinder würden mit den Tablets ruhig gestellt, so Kahl (SVZ, 2016).

Medien beeinflussen die Kommunikation. Kinder brauchen den Kontakt zu anderen Kindern, sie haben das Bedürfnis nach Freundschaft. Durch den Gebrauch von Computern, Tablets oder Fernsehern werden die Kinder jedoch isoliert und das genannte Bedürfnis nach Freundschaft wird nicht gestillt. Dies hat negative Auswirkungen. Den Kindern fehlt es an Anerkennung, Respekt und Aufmerksamkeit, welches man in Tablet-Spielen nicht erhalten kann.

Handfeste Erfahrungen sind zudem besser als digitale Erfahrungen. Kinder entwickeln in den ersten Lebensjahren ihre Fähigkeiten anhand jeglicher Sinnesorgane. Durch die Benutzung der sozialen Medien werden nur wenige Sinnesorgane angeregt. Beim Tablet sind dies beispielsweise nur die Augen und Ohren welche benutzt werden. Der Kinderarzt Hermann Josef Kahl warnt, wenn sich kleine Kinder zu früh und häufig mit Monitoren aller Art beschäftigen, sei die Gefahr gross, dass sich die individuelle Sprachentwicklung verzögere (SVZ, 2016). Hingegen beim Spielen draussen werden die Sinne wie Riechen, Sehen, Hören und Schmecken aktiviert. So lernen die Kinder die Sinnenreize einzuordnen und zu koordinieren.

Ich finde deshalb, Kinder sollten unter vier Jahren gar nicht vor Monitore gesetzt werden. Sie lernen dies im Laufe des Lebens und es gibt auch andere Möglichkeiten um zu spielen und sich zu beschäftigen. Für die Entwicklung finde ich es wichtig, dass sie mit Stiften malen, auf Bäume klettern, miteinander sprechen, basteln, Musik machen, singen usw. Natürlich ist das Tablet ein wichtiges Arbeitsgerät, doch gehört es nicht in die Kitas.

Verfasst von Ricarda Stupan

Literatur- und Quellenangaben

Kranz, Armin. (2001). Handbuch für ErzieherInnen in Krippe, Kindergarten, Vorschule und Hort. München: mvg-verlag.
SVZ. 2016. Tablets in Kindertagesstätten. Abgerufen von http://www.svz.de/ratgeber/digital/tablets-in-kindertagesstaetten-id13329141.htmlKon

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