Digitale Klassifikationssysteme bei psychischen Störungen

Es ist nicht immer klar, was „abnormales“ oder „abweichendes“ Verhalten, Fühlen oder Denken ist. Nehmen wir an, eine Klientin mit einer psychischen Störung geht zum Arzt. Der Arzt merkt, dass mit seiner Patientin etwas nicht stimmt. Er kann es jedoch nicht einordnen. Für diesen Fall gibt es digitale Klassifikationssysteme. In solchen Systemen werden die Symptome digital festgehalten. In diesem Blog gehe ich genauer auf zwei bedeutende Klassifikationssysteme bei psychischen Störungen ein. Diese sind das DSM-5 (Diagnostic and statistical manual of mental disordes der American Psychiatric Association) und das ICD-10 (International classification of diseases der Weltgesundheitsorganisation WHO).

Das DSM-5 ist auf Achsen aufgebaut, welche Informationen über die Klienten enthalten. Bei Klienten mit psychischen Störungen sind dies folgende 5 Achsen:

Achse I
Aktuelle Störungen: klinische Störungen (Angststörungen, Essstörungen, Störungen der Impulskontrolle).

Achse II
Geistige Behinderungen und Persönlichkeitsstörungen (unangemessene Wahrnehmung und Verhalten z.B. schizoide, paranoide, antisoziale, Persönlichkeitsstörung)
.

Achse III
Körperliche Störungen, welche die Person auch noch hat: Medizinische Krankheitsfaktoren (weitere körperliche Probleme z. B. Diabetes).

Achsen vier und fünf beinhalten Zusatzinformationen:
Achse IV: Psychosoziales und Umgebungsfaktoren
Achse V:  allgemeines Funktionsniveau

(Gerrig & Zimbardo, 2008, S. 553)

Das ICD-10 ist ebenfalls eine von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern übereinstimmende beschlossene Zusammenstellung von Symptomen und Kommentaren. Es wird ständig überarbeitet und mit Forschung überprüft. Die Klassifikation der psychischen Störungen ist aufgebaut auf „F“ (siehe Grafik) und max. 5 Ziffern.

Bildschirmfoto 2016-05-10 um 22.27.56.png
Für ausführlichere Informationen klicken Sie auf die Verlinkung F00 bis F99.
Die Daten dieser Grafik finden Sie unter folgendem Link:
http://www.icd-code.de/icd/code/F00-F99.html

Ich finde es eine sehr gute Möglichkeit wie die Symptome einer/eines Klientin/Klienten anhand eines Klassifikationssystems „beschrieben“ werden können. So kann man sich rasch über die Symptome informieren, ohne die ganze Akte durchlesen zu müssen. Es werden Missverständnisse verhindert zwischen den Beteiligten Parteien. Beispielsweise der/dem Betreuerin/Betreuer, der/dem Ärztin/Arzt, der/dem Angehörigen, der Psychiatrie, der/dem Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter oder der/dem Physiotherapeutin/Physiotherapeuten des Klienten usw.

Verfasst von Ricarda Stupan

Literatur- und Quellenangaben

Gerrig, Richard & Zimbardo, Philip. (2008). Psychologie. Pearson Studium.

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