Digitalisierung in der Altenpflege

Die Leute werden immer älter und die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Leider herrscht ein Fachkräftemangel. Dies aus dem Grund, da es eine körperlich und psychisch anstrengende Arbeit ist. Zudem herrscht ein hoher Zeitdruck in den Institutionen und die Arbeitszeiten sind unregelmässig. Für viele Fachkräfte ist dies zu viel Stress und die Gesundheit leidet darunter. Die Folge davon ist ein Arbeitswechsel. Bei einer solchen Lage im Arbeitsmarkt der Altenpflege, ist die Technologie eine willkommene Unterstützung. Diese können Belastungen verringern. Die Technik spielt somit eine grosse Rolle bei der Qualitätsverbesserung. Es gibt Beispielsweise folgende Technologieeinsätze in der Altenpflege und -betreuung:

  • Personenlifte
  • GPS-Überwachung von Demenzkranken
  • elektronische Akten
  • Serviceroboter
  • Sensoren zur Verhaltensanalyse
  • Transpondersysteme für Kliniken, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste. Diese verwalten die Zutrittsrechte oder geben die Sicherheit für Türen, Tore, Schliessfächer, Möbel usw.

(Hans Böckler Stiftung, 2015, S. 4-5)

Zurzeit machen die Begriffe die Runde wie E-Health, Smart Home und Ambient Assisted Living. Das E-Health ist eine elektronische Patientenakte, oder auch ein elektronisch gestütztes Krankheits- und Wissensmanagement. Auf diese elektronische Akte können die Fachkräfte jederzeit zugreifen. Sie ist teilweise nicht mehr wegzudenken in Pflegeeinrichtungen. Die elektronische Patientenakte wird von den Sozialarbeitern erstellt bei der Heimaufnahme und danach gebraucht für die Platzbelegung oder beispielsweise bei einer Beratung oder einer Vermittlung von spezifischen Hilfen. Eine andere Hilfe – das Smart Home – hat ein System, welches beispielsweise die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit erfasst, eine automatische Energie- und Heizungssteuerung hat, Rauch- und Bewegungssensoren am Herd besitzt, Wassersensoren gegen Überflutung hat usw. Zudem gibt es den „alles-aus“ Knopf um es auszuschalten. Das Smart Home ist meiner Meinung nach ein sehr praktisches System für hilfsbedürftige Menschen. Das Ambient Assisted Living – auf Deutsch Altersgerechte Assistenzsysteme – unterstützt ein selbstbestimmtes Leben und hat ebenfalls technische Systeme und Dienstleistungen. Dies sind alles Methoden wie man das alltägliche Leben bei Bedarf unterstützen kann.
Jedoch wie werden sie von den älteren Menschen angenommen? Oft stossen solche Techniken auf Ablehnung und Vorbehalt. Das Pflege- und Betreuungspersonal muss gut geschult sein, um mit solchen Techniken situationsgerecht umgehen zu können und sie in den Arbeitsalltag einbauen zu können (Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, (n.d.)).

Wie in jedem Beruf gibt es mit der Digitalisierung nicht nur Positives, sondern manchmal auch einen Mehraufwand. Die Akten werden mehrheitlich elektronisch geführt. Die Daten müssen regelmässig in das System übertragen werden. Für die Generation Immigrant ist dies manchmal nicht so einfach, denn sie sind im Gegensatz zur Generation Digital Native nicht mit der Technik aufgewachsen. Die Fachkräfte benötigen viel Zeit mit der Technik, welche schlussendlich bei der Pflege und der Betreuung fehlt. Dies ergibt einen Kreislauf, da man dort wiederum mehr Technik einsetzen könnte.

Ich denke die Technik kann diesem Berufsfeld helfen und den Pflege- und Betreuungsberuf attraktiver machen. Man müsste aber in der Ausbildung auch zusätzlich technisches Wissen vermitteln, um dies im Alltag anwenden zu können.

Verfasst von Ricarda Stupan

Digitalisierung und Technik

http://www.stmgp.bayern.de/pflege/digitalisierung/

 

Literatur- und Quellenverzeichnis

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. (n.d.). Digitalisierung und Technik in der Pflege [Website]. Abgerufen von http://www.stmgp.bayern.de/pflege/digitalisierung/

Hans Böckler Stiftung. (2015). Mit dem Smartphone am Krankenbett. Böckler Impuls, 15, 4-5. Abgerufen von http://www.boeckler.de/Impuls_2015_15_gesamt.pdf

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Social Media und die Konflikttheorie

Bei der Bearbeitung unserer Pflichtlektüre bin ich unter anderem auf eine Tabelle gestossen, welche verschiedenen Kanäle der „Social Media“ (vgl. Geschäftsstelle sozialinfo.ch, 2013, S. 10-11) aufzeigt und diese nach ihren Dienstleistungen, Vorteilen sowie Nachteilen unterscheidet. Die Tabelle dient als Orientierung für soziale Institutionen und Professionelle der Sozialen Arbeit und unterstützt sie dabei, die richtige Plattform für ihre jeweilige Zielgruppe zu wählen. Ich finde dieses Hilfsmittel gut und sinnvoll, doch sehe ich in der Zielgruppen-gerichteten Nutzung solcher Plattformen auch Gefahren.

Diese Gefahren gehen wohl kaum von sozialen Institutionen und / oder Professionellen der Sozialen Arbeit aus, doch diese sind nicht die einzigen, welche die Mittel der „Social Media“ erkannt haben und für ihre Zwecke nutzen wollen. Um meine Gedanken zur Ambivalenz der Möglichkeit, diese Plattformen zu nutzen, um spezifische Zielgruppen zu erreichen, zu erläutern, werde ich im folgenden eine Verbindung zum theoretischen Modell der Konflikttheorie (Reimann, 1991, S. 208-220) herstellen.

Das Modell der Konflikttheorie besagt, dass der soziale Konflikt den „Normalfall“ in der sozialen Beziehung zwischen Individuen, Gruppen oder Organisationen (auch Konfliktakteure genannt) darstellt. Es geht dabei „von den Bedürfnissen der Gesellschaftsmitglieder und den Möglichkeiten, diese Bedürfnisse in Gesellschaften zu erfüllen“ (Reimann, 1991, S. 209) aus. Der soziale Konflikt, resp. das effektive soziale Handeln der Konfliktakteure, findet dabei auf einem Kontinuum zwischen Krieg / Anarchie und Konsens / perfekte Integration statt.

Bild Konflikttheorie
(Reimann, 1991, S. 211)

Die „Lösung“ eines sozialen Konfliktes liegt in der Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen den Konfliktgruppen. Diese Macht wird durch den Zusammenschluss von Ressourcen gebildet, woraus Konfliktmittel zur Durchsetzung der Konfliktziele (wie z.B.: Demonstrationen, Überzeugung unbeteiligter Dritter, Geld, Vertrauen und / oder Mitgliederzahlen der Konfliktgruppen) entstehen.

Mithilfe der Digitalisierung wurde und wird die Entwicklung eben solcher Macht / Machtverhältnisse vereinfacht. Der Zugang zu sozialen Gemeinschaften, welche die gleichen Interessen vertreten, wird, durch die oben erwähnten Zielgruppen-gerichteten Plattformen, gefördert. Auf diese Weise verfügen eben diese Gemeinschaften über die Individuen, durch welche sie die Möglichkeit zu konkretem Handeln besitzen und die Individuen über Organisationen und Gemeinschaften, durch welche ihnen die benötigten Konfliktmittel / die benötigte Macht bereit gestellt werden können. Eine Tatsache, durch welche sehr viel Gutes entstehen kann – leider aber nicht nur.

 

Verfasst von Eva Lindenpütz

 

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Geschäftsstelle sozialinfo.ch. (Hrsg.). (2013). Soziale Arbeit & Social Media: Leitfaden für Insitutionen und Prfessionelle der Sozialen Arbeit. Bern: Geschäftsstelle sozialinfo.ch.

Reimann, Horst. (Hrsg.). (1991). Basale Soziologie: Theoretische Modelle (4. Aufl.). Opladen: Westdeutscher Verlag.